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Allein erziehende Väter

Argwöhnische Blicke. Erstaunen. Misstrauen. «Als alleinerziehender Vater mit einer Tochter stehst du grundsätzlich unter Generalverdacht», bringt es Alf auf den Punkt. Armin ist überzeugt: «Wir machen es nicht schlechter und nicht besser, wir machen es einfach anders». «Ich hatte die gleichen Probleme mit dem Bub wie die Mütter, aber mit mir haben die Frauen nicht geredet. Ich fühlte mich damals ausgegrenzt», erinnert sich Hanspeter. Männern trauen wir die alleinige Kindererziehung nicht zu. Das Umfeld reagiert mit Skepsis, wenn sich Väter um ihre Kinder kümmern. Sie geben alles, damit es den Kindern an nichts fehlt. Dabei vergessen die Väter oft ihre eigenen Bedürfnisse. Es kann auch sein, dass sie zusätzlich finanziell bestraft werden, in dem sie fast die Hälfte ihres Einkommens an die allein lebende Mutter bezahlen müssen. Genau in diese Situation geraten ist Armin. Trotz enormer Anstrengung schlittert er dem finanziellen Ruin entgegen. Alf atmet auf, als seine Tochter 18 wird. Endlich keine Kontrollen mehr. Hanspeter erzählt, wie er vor 30 Jahren seinen Sohn alleine aufzog. Seine beruflichen Ambitionen musste der junge Bauingenieur begraben.

Ursula Brunner

Ursula Brunner wurde 1961 im luzernischen Seetal geboren, wo sie auch aufwuchs. Nach einer kaufmännischen Ausbildung und der Lehre als Fach- und Werbefotografin, liess sie sich Ende der 90er Jahre an der Hochschule Luzern zur Filmemacherin ausbilden.
Seither arbeitet sie freischaffend als Regisseurin und Autorin für die Sendung DOK von SRF1. Daneben realisiert sie Auftrags­filme für Non-Profit-Organisationen.
Filmografie TV: Alleinerziehende Väter – Ihr Kampf um Anerkennung (2016), Keine Hand frei (2015), Heimat Campingplatz (2013), Fabienne bricht ihr Schweigen (2008), ­Seitensprung (2008), Telefonsex (2005)

Regie

Ursula Brunner

Buch

Ursula Brunner

Kamera

Adrian Stähli

Schnitt

Christian Müller

Ton

Jean-Pierre Gerth, Nicolas Nagy, Thabea Furrer

Musik

Beni Mosele

Cast

Armin, Alf, Hans-Peter

Produktion

Prêt-à-tourner Filmproduktion GmbH

Koproduktion

SRF

Jahr

2016

Länge

50 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Deutsch, Schweizerdeutsch

Das Mädchen vom Änziloch

In den Ferien mit mit ihrem Vater schläft die zwölfjährige Laura neben dem Kohlenmeiler. Dann hat sie keine Alpträume wie sonst so oft. Als einzige Tochter in einer Bergbauernfamilie ist sie mit ihren Gedanken und Ängsten allein. Sie versorgt die Tiere und sieht mit an, wie ihr Grossvater und ihre Brüder sie schlachten. Das Kaninchen mit dem weissen, weichen Fell. Ihr Pony, dessen verletztes Bein nicht mehr heilt. Über all das wird in der Familie nicht gesprochen. So vertraut Laura sich ihrem Tagebuch an. Mit einem Fernglas beobachtet sie das sagenumwobene Änziloch, eine 200 Meter tiefe Felsschlucht. Wer dort hinunter geht, wird selber zum Geist, glaubt man. Als ein Junge zum Landdienst kommt, hat sie zum ersten Mal in ihrem Leben einen Vertrauten. Sie zeigt Thom (14) ihre Welt und ist mit ihm peinlich berührt, was bei den Tieren alles zu sehen ist. Den Legenden um das Änziloch, in die Laura ihn einspinnt, steht Thom als aufgeklärter Stadtjunge skeptisch gegenüber. Durch ihn lernt sie viel. Doch als er wieder nach Hause geht, bleibt eine Enttäuschung. Wieder allein mit ihren Fragen, wird sie immer erfinderischer und unerschrockener, bis zu ihrer grossen Entdeckung.

Alice Schmid

Geboren 1951 in Luzern. 1976–81 Aufnahmeleiterin bei Condor Film Zürich, 1982–86 freischaffende Regieassistentin in der Schweiz und in Deutschland. 1987–92 SAL (Schule für angewandte Linguistik), Regie­- seminar bei K. Kieslowski und E. Zebrowski. Drehbuchschreiben an der Filmakademie New York. Seit 1987 freischaffende Autorin und Regisseurin. 1996 Gründung der Ciné A.S. GmbH. Filmproduzentin und Regisseurin.
Filmografie: Sag Nein (1993), Briefe an Erwachsene (1994), Jeder Tropfen für die Zukunft (1996), Affären (1998), Einmal im Leben ins Kino (1998), Ich habe getötet (1999), Damit der Laubfrosch wiederkommt (1999), Shall I Stay or Shall I Go? (2004), Mut tut gut (2006), Ich bin eine Maus (2007), Die Kinder vom Napf (2011), Das Mädchen vom Änziloch (2016)

Regie

Alice Schmid

Buch

Alice Schmid

Kamera

Aurelio Buchwalder

Schnitt

Anja Bombelli

Ton

Patrick Becker

Musik

Thomas Jeker

Cast

Laura Larissa Röösli, Thom Straumann

Produktion

Ciné A.S. GmbH

Koproduktion

SRF

Jahr

2016

Länge

87 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Schweizerdeutsch

Die Brücke über den Fluss

«Die Brücke über den Fluss» ist eine freie Adaption des Gedichtes «Suizid oder liebernid» des deutschen Komikers Johann König. Es handelt von einem Mann, der sich, in Sehnsucht nach seiner Liebe, das Leben nehmen will. Er steht auf einer Eisenbahnbrücke und will sich in den darunter fliessenden Fluss stürzen. Bevor er dies tun kann, bemerkt ihn ein Passant auf einer kleinen Fussgängerbrücke vis-à-vis. Er will ihm helfen und beginnt zu ihm hinüber zu schreien. So kommen immer mehr Leute auf die kleine Brücke und gaffen und schreien.

Jadwiga Kowalska

Geboren 1982 in Bern. 2003–07 Hochschule Luzern – Design & Kunst, Fachbereich Animation. 2005/06 Austauschsemester an der ASP (Akademia Sztuk Pieknych), Krakau. 2007–09 Assistenz Fachbereich Animation. Seit 2009 Gastdozentin für Cut-Out-Animation an der HSLU. Freischaffende Animationsfilmemacherin und Illustratorin. 2016 Master in Illustration an der Hochschule Luzern – Design & Kunst.
Filmografie: Invasion of Kraków (2006), Die Erde ist rund (2006), Tôt ou tard (2008), La fille et le chasseur (2010), Die Brücke über den Fluss (2016)

Regie

Jadwiga Kowalska

Buch

Jadwiga Kowalska

Kamera

Ralph Kühne, Jadwiga Kowalska

Schnitt

Fee Liechti

Ton

Thomas Gassmann, Kilian Vilim, Denis Séchaud

Musik

Christian Aregger, Roland Bucher

Produktion

Jadwiga Kowalska

Koproduktion

SRF

Jahr

2016

Länge

5 Min 45 Sek, Animationsfilm

Die Weisse Arche

Früher oder später muss jeder an eine Beerdigung. Es sind unangenehme Fragen, die dann auftauchen. Wann bin ich dran? Wie werde ich einmal sterben? Der Film «Die weisse Arche» stellt sich diesen Fragen. Abgründe der Seelen tun sich auf, doch einiges verliert seinen Schrecken. Wer Fragen zulässt, erfährt Antworten, die vielfältiger sind, Horizonte, die sich weiten. Die Grundmelodie des Films spielt eine Frau, der kaum etwas grösseren Schrecken eingeflösst hat als Krankheit und Sterben. Doch seit ihrem Nahtoderlebnis ist der Tod für Monika zum Freund geworden. Angst vor Leid und Sterben hat sie keine mehr, was auch die Demenzkranken spüren, die sie mit Hingabe pflegt. Leiden, Sterben und Tod sind für den Sterbebegleiter und Kapuziner Martin alltäglich, auch für Eugen, Mönch und Kunstmaler in Engelberg. Beide haben viele ihrer Mitbrüder in den Tod begleitet. Über die Schranke des Todes hinaus sieht Sam. Er nimmt Verstorbene wahr. Für ihn stirbt nur der Körper, und Sterben heisst Hinübergehen.

Edwin Beeler

Edwin Beeler, geboren 1958 in Luzern, aufgewachsen in Immensee, arbeitet seit 1984 als Filmemacher. Seine bekanntesten Kinofilme, die jeweils seine Luzerner Firma Calypso Film AG produziert, sind «Die weisse Arche», «Arme Seelen», «Bruder Klaus» oder «Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk».
Beeler hat sein Studium in Allgemeiner Geschichte und Deutscher Literatur 1986 an der Universität Zürich mit dem Lizentiat abgeschlossen. Das Filmmetier hat er sich durch «learning by doing», Assistenzen (Erich Langjahr, Paul Riniker) und permanente Weiterbildung angeeignet.

Regie

Edwin Beeler

Buch

Edwin Beeler

Kamera

Edwin Beeler

Schnitt

Edwin Beeler, Supervision: Mirjam Krakenberger

Ton

Olivier JeanRichard

Musik

Oswald Schwander

Produktion

Calypso Film AG, Luzern

Jahr

2016

Länge

89 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Schweizerdeutsch

en la boca

Der «Superclásico» ist das wohl gewaltvollste und aufgeladenste Fussballderby der Welt. In Buenos Aires treffen die «Boca Juniors», der Club aus dem armen, südlichen La-Boca-Quartier gegen «River Plate», den Rivalen aus dem reichen Norden. In Argentinien – der Heimat von Messi und Maradona – ist Fussball viel mehr als nur Sport. Für manche bedeutet er das Leben. Zum Beispiel für die Molinas. Die sechsköpfige Familie wohnt direkt neben dem sagenumwobenen Stadion der «Boca Juniors» und verdient ihr Leben in seinem Schatten – mit kleinen Gaunereien und Geschäften. Dabei geraten sie immer wieder in Konflikt mit der Polizei, die sich nur manchmal korrumpieren lässt. Aber je länger man diese Familie begleitet, desto stärker wird klar: Hier geht es nicht um Fussball. Stattdessen geht es um Überleben, um Gemeinschaft und um Zusammenhalt.  Was für Chancen hat eine mittellose Familie in einem System, das ihr nur Korruption und Kleinkriminalität als Lebensgrundlage bietet? «En La Boca» erzählt das Drama der Familie Molina rund um die Mutter Estela, die mit aller Kraft versucht, inmitten dieser derben Welt die Familie zusammenzuhalten.

Matteo Gariglio

Geboren 1986 in Luzern. Studium Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Video an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. 2015 Master in Dokumentarfilmregie im Rahmen des Docnomads Master Course an der Universidade Lusofona de Humanidades e Tecnologias in Lissabon, der University of Theatre and Film Arts in Budapest und der LUCA School of Arts in Brüssel.
Filmografie: Fuori dal gregge (2009), Harlekin (2010), En La Boca (2016)

Regie

Matteo Gariglio

Buch

Matteo Gariglio

Kamera

Andi Widmer

Schnitt

Thaïs Odermatt

Ton

Matteo Gariglio

Musik

Dominik Blumer, Thomi Christ, Roman Lerch

Produktion

Matteo Gariglio

Jahr

2016

Länge

26 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Spanisch
Deutsch Untertitel

Spezialpreis Schnitt: Thaïs Odermatt

Geisle macher

Seit den 60er Jahren wird in Schwyz wieder eine Jahrhunderte alte Tradition gepflegt: Das als «Geisle-Chlepfe» bezeichnete Knallen mit Fuhrmannsgeisseln. Jeweils am Dreikönigstag zeigen über 100 Teilnehmer am «Priis-Chlepfe» ihr Können vor Hunderten Zuschauern. Dennoch gibt es nahezu niemanden mehr, der die Geisseln herstellen kann. Einer der letzten – und gleichzeitig der bekannteste – dieser «Geislemacher» ist der 86-jährige Walter Fässler aus Arth. Der Film zeigt das anspruchsvolle Handwerk, die Beschaffung des Rohmaterials im In- und Ausland und das Brauchtum des «Chlepfens» in Innerschwyz. Und auch, wieso es für den ehemaligen Landwirt so schwierig ist, einen Nachfolger für sein Handwerk zu finden.

Silvio Ketterer

Jahrgang 1982, Ausbildung zum Grafiker an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Seit 2008 selbständig als visueller Gestalter, Realisator, Editor sowie Regisseur. Buch und Regie bei: Geislemacher (Kurzdoku, 2016), Gemeinde Arth (Kurzdoku, 2015), Imkerei (Kurzdoku, 2014); Konzeption und Realisation des interaktiven 360-Grad-­Filmpanoramas «zuglarus» der Kantone Zug und Glarus (2012)

Regie

Silvio Ketterer, Ko-Regie: Brian Gottschalk

Buch

Silvio Ketterer

Kamera

Brian Gottschalk

Schnitt

Silvio Ketterer, Brian Gottschalk

Ton

Remo Häberli

Musik

Samuel Rohrer

Darsteller

Walter Fässler

Produktion

SchwyzKulturPlus

Jahr

2016

Länge

36 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Italienisch
Deutsch Untertitel

Gotthard

Frühjahr 1873. Menschen aus aller Herren Länder strömen in den kleinen Ort ­Göschenen im Kanton Uri, um auf der grössten und spektakulärsten Baustelle der Neuzeit zu arbeiten: dem Tunnel durch den Sankt Gotthard. Entlang der Schicksale von drei jungen Menschen im elektrisierenden Aufbruchsfieber der Gründerzeit erzählt «Gotthard» die Geschichte des gigantischen Bauwerks, das wie kein anderes Ereignis die jungen Nationalstaaten Europas enger zusammenrücken lässt.

Lukas Hobi & Reto Schaerli

Lukas Hobi und Reto Schaerli leiten Zodiac Pictures. Beide haben kaufmännische Berufe erlernt, bevor sie vor mehr als 15 Jahren als Quereinsteiger zur Filmproduktion gekommen sind. Bis heute haben sie mehr als 25 Spielfilme produziert.
Eine ihrer ersten Produktionen, «Achtung, fertig, Charlie!», avancierte 2003 zum erfolgreichsten Schweizer Film seit Jahrzehnten. Neben diversen Publikums­erfolgen wie zuletzt «Heidi» realisierten die Produzenten auch ambitionierte Filme wie «Stationspiraten» oder «Traumland». Als Luzerner sind sie begeisterte Tatort-Produzenten und mit dem historischen TV-Zweiteiler «Gotthard» haben sie kürzlich ihr bisher grösstes Projekt zum Abschluss gebracht.

Regie

Urs Egger

Buch

Stefan Dähnert

Kamera

Lukas Strebel

Schnitt

Benjamin Hembus

Ton

Hugo Poletti

Musik

Fabian Römer

Cast

Maxim Mehmet, Pasquale Aleardi, Miriam Stein

Ausstattung

Knut Loewe

Kostüme

Birgit Hutter

Produktion

Zodiac Pictures Ltd

Koproduktion

SRF, MMC Zodiac GmbH, Wilma Film r.s.o.

Jahr

2016

Länge

180 Min, Spielfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Deutsch, Italienisch, Französisch
Deutsch Untertitel

Heidi

Heidi lebt mit ihrem Grossvater, dem Alpöhi, in den Schweizer Bergen. Gemeinsam mit dem Geissenpeter verbringt Heidi unbeschwerte Tage auf der Alm. Ihr Glück endet, als sie von Tante Dete nach Frankfurt gebracht wird. Dort soll sie bei der wohlhabenden Familie Sesemann eine Gespielin für die kranke Tochter Klara sein.
Heidi lernt in Frankfurt dank der Grossmutter von Klara lesen, aber sie verkraftet den Kontrast zwischen dem engen Korsett in der grossbürgerlichen Atmosphäre der Grossstadt und der einfachen Alphütte nicht. Sie erkrankt und geistert nachts durch das Haus. Dank dem verständnisvollen Arzt darf Heidi zum Alpöhi in die Berge zurückkehren.
Klara besucht Heidi im nächsten Sommer. Das Leben in den Bergen bekommt ihr sehr gut. Doch der Geissenpeter wird eifersüchtig auf Klara und stösst ihren leeren Rollstuhl in einem unbeobachteten Moment ins Tal, so dass er zerschellt. Als Herr Sesemann und Grossmama Klara abholen kommen, trauen sie ihren Augen kaum – Klara kann gehen.

Lukas Hobi & Reto Schaerli

Lukas Hobi und Reto Schaerli leiten Zodiac Pictures. Beide haben kaufmännische Berufe erlernt, bevor sie vor mehr als 15 Jahren als Quereinsteiger zur Filmproduktion gekommen sind. Bis heute haben sie mehr als 25 Spielfilme produziert.
Eine ihrer ersten Produktionen, «Achtung, fertig, Charlie!», avancierte 2003 zum erfolgreichsten Schweizer Film seit Jahrzehnten. Neben diversen Publikums­erfolgen wie zuletzt «Heidi» realisierten die Produzenten auch ambitionierte Filme wie «Stationspiraten» oder «Traumland». Als Luzerner sind sie begeisterte Tatort-Produzenten und mit dem historischen TV-Zweiteiler «Gotthard» haben sie kürzlich ihr bisher grösstes Projekt zum Abschluss gebracht.

Regie

Alain Gsponer

Buch

Petra Volpe

Kamera

Matthias Fleischer

Schnitt

Michael Schaerer

Ton

Marco Teufen

Musik

Niki Reiser

Cast

Anuk Steffen, Bruno Ganz, Quirin Agrippi

Ausstattung

Christian M. Goldbeck

Kostüme

Anke Winckler

Produktion

Zodiac Pictures Ltd

Koproduktion

Claussen+Putz Filmproduktion, SRF

Jahr

2015

Länge

106 Min, Spielfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Deutsch

Heimat land

Es ist Herbst und wird kalt in der Schweiz. Plötzlich steht eine unerklärbare und furchteinflössende Wolke über dem Land. Ihre Herkunft ist den Meteorologen ein  Rätsel, sie stellen lediglich fest, dass sie kontinuierlich wächst, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie sich entlädt.
Draussen ist es noch windstill, doch die Wolke hängt wie ein Damoklesschwert über der Schweiz: Sie wird täglich grösser und bedrohlicher und bedeckt schon bald das ganze Land. Parallel dazu häufen sich mysteriöse Ereignisse: ein landesweiter Stromausfall, tote Vögel, versiegtes Wasser. Ein Schleier der Unsicherheit umgibt das sicherheitsverwöhnte Land.
Die Menschen reagieren ganz unterschiedlich auf den drohenden Sturm: Einige ignorieren ihn, andere verbarrikadieren sich, Dritte feiern den Weltuntergang. Doch der Sturm hat etwas Verbindendes: Er legt unsere wahren Bedürfnisse, Ängste und Hoffnungen frei. Und Schritt für Schritt enthüllt er die Folgen unserer politischen und gesellschaftlichen Isolation.

Michael Krummenacher

1985 in Schwyz geboren, ab 2006 Regie­studium an der Hochschule für Fernsehen und Film München. Sein Kurzfilm «Wenn alle da sind» wird 2012 für den Deutschen Kurzfilmpreis nominiert. 2014 schliesst Krummenacher sein Studium mit dem Kinofilm «Sibylle» ab, der 2015 Premiere auf der Berlinale feiert. Der von Michael Krummenacher und Jan Gassmann initiierte und von ihnen und acht weiteren jungen Schweizer Regisseuren gedrehte Omnibusfilm «Heimatland» feiert 2015 im Wettbewerb des Filmfestivals Locarno Premiere. 2016 wird «Heimatland» für den Schweizer Filmpreis nominiert (Bester Spielfilm, Beste Montage) und Krummenacher mit dem Kulturförderpreis des Kantons Schwyz ausgezeichnet.

Regie

Michael Krummenacher in Ko-Regie mit: Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Gregor Frei, Jan Gassmann, Jonas Meier, Lionel Rupp, Lisa Blatter, Mike Scheiwiller, Tobias Nölle

Buch

Michael Krummenacher (Gesamt­dramaturgie)

Kamera

Guy Fässler, Gaëtan Varone, Denis D. Lüthi

Schnitt

Kaya Inan

Ton

Bernhard Zitz

Musik

Dominik Blumer

Cast

Egon Betschart, Glorian Schmidig u.a.

Ausstattung

Karin Giezendanner

Kostüme

Anne Weick

Produktion

Contrast Film GmbH

Koproduktion

2:1 Film GmbH, Passantenfilm

Jahr

2015

Länge

99 Min, Spielfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Französisch
Deutsch Untertitel

Hirtenreise ins Dritte Jahr tausend

«Nach Sennen-Ballade› (1996) und ‹Bauernkrieg› (1998) ist ‹Hirtenreise ins dritte Jahrtausend› der dritte Film einer Trilogie, in der ich mich mit den elementaren Fragen des Menschen und seiner Existenz auseinandersetze. Im Zentrum stehen die Fragen nach Identität, Überleben und Zukunft.
Ich wollte das Hirtenleben von heute, am Übergang ins dritte Jahrtausend, kennen­lernen. In einer Zeit des Umbruchs und des Wertewandels zwischen Tradition und Zukunft ist der Film auch Ausdruck meiner eigenen Zerrissenheit. Ich erzähle eine moderne Hirtengeschichte, ausgehend von der Transhumanz, der Weidewirtschaft zwischen den Jahreszeiten und dem damit verbundenen Überbringen der Herden von der Winterweide auf die Sommerweide und umgekehrt. Die Hirten im Film nehmen ein Leben mit viel Entbehrung auf sich und stellen sich einer Herausforderung, die öfters auch die Grenze ihrer Belastbarkeit erreicht. Sie kommen nicht aus der Tradition des Bäuerlichen, sondern haben diese Lebensform selber gewählt, im Bedürfnis nach der Freiheit, selber etwas Sinnvolles zu tun.»
Erich Langjahr, 2002

Erich Langjahr

Erich Langjahr (geboren 1944) begann ab 1973 als Autodidakt als Filmregisseur, Kameramann und Produzent in Personalunion Dokumentarfilme zu drehen, die insbesondere in der Schweiz und in Deutschland auf eine grosse Resonanz stiessen. Sein grösster Erfolg war Langjahr 2003 mit «Hirtenreise ins dritte Jahrtausend» beschieden. Der Film erhielt mehrere Auszeichnungen und Preise, darunter 2003 den Schweizer Filmpreis als besten Dokumentarfilm. Ein Auszug aus seiner Filmografie: Morgarten findet statt (1978), Ex voto (1986), Männer im Ring (1990), Sennen-Ballade (1996), Bauernkrieg (1998), Hirtenreise ins dritte Jahrtausend (2002),
Das Erbe der Bergler (2006), Mein erster Berg, ein Rigi Film (2012), Für eine schöne Welt (2016)

Regie

Erich Langjahr

Drehbuch

Erich Langjahr

Kamera

Erich Langjahr

Ton

Silvia Haselbeck

Schnitt

Erich Langjahr

Musik

Hans Kennel mit The Alpine Experience; The Schönbächler Sisters; Mytha - The Contemporary Alphorn Orchestra

Mitwirkende

Thomas und Susanna Landis-Giacometti mit Antonia, Josa und Selina; Michel Cadenazzi und Bea Ammann

Produktion

Langjahr-Film GmbH

Jahr

2002

Dauer

124 Min, Kinofilm

Sprache

Schweizerdeutsch

Film zum Ehrenpreis für Erich Langjahr

Imagine waking up tomorrow

Bill Drummond stand mit seiner Band «The KLF» Ende der 80er Jahre an der Spitze der Charts und wurde zum «coolsten Typen im Popbusiness» gewählt. Auf dem Zenit seiner Karriere kehrte er der Musikindustrie den Rücken. Seine kreative Neugierde trieb den eigenwilligen Schotten auf neue Wege im Umgang mit Musik. Dabei entstand «The17»: ein Chorprojekt, quasi ein musikalisches Gesamtkunstwerk, das weder scheitern noch im herkömmlichen Sinne Erfolg haben kann. Der Film begleitet Bill auf seinen rastlosen Reisen, auf denen der Chor in immer neuer Besetzung entsteht und vergeht. Wir sind mit Bill auf der Suche nach neuen, intensiven Formen des gemeinsamen Musikerlebens und stellen uns mit ihm der Frage, wie und was Musik sein könnte, wenn man sie völlig neu erfinden müsste.

Oswald Schwander

Sounddesigner und Filmkomponist. 1959 in Littau geboren. In den 80er Jahren Studium der Philosophie und Germanistik in Berlin. Eigene Kurzfilme und Videoprojekte. 1994–95 Assistant Sound Editor in der Tonabteilung von Studio Babelsberg. 1996–2004 Sounddesign u.a. für Andreas Dresens Filme «Halbe Treppe» und «Sommer vorm Balkon» und für Xavier Kollers «Gripsholm». Eigenes Studio in Escholzmatt (LU). Seit 2006 Arbeit für Schweizer Projekte, in jüngerer Zeit für Aya Domenigs «Als die Sonne vom Himmel fiel» und «Imagine Waking Up Tomorrow and All Music Has Disappeared» von Stefan ­Schwietert. In den letzten Jahren auch als Filmkomponist tätig, z.B. für Edwin Beelers «Die weisse Arche».

Regie

Stefan Schwietert

Buch

Stefan Schwietert

Kamera

Adrian Stähli

Schnitt

Frank Brummundt

Ton

Dieter Meyer, Jean-Pierre Gerth

Sounddesign

Oswald Schwander

Produktion

Maximage GmbH

Koproduktion

Flying Moon Filmproduktion

Jahr

2015

Länge

86 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Englisch
Deutsch Untertitel

Spezialpreis Sounddesign

Immersion

Hallenbad bedeutet Wasserspass. Jedoch erst nach dem Sich-Freimachen. Und hier wird es kompliziert. Tommy gleitet am Ende durchs Nass – überraschenderweise. Mit kontrastreichen Farben, ausgefeiltem Split-Screen und geometrischem Formenspiel tauchen wir tief in Tommys körperliches Befinden ein.

Lalita Brunner

Geboren 1993 in Lom Sak (Thailand). 2016 Bachelor in Animation 2D an der Hochschule Luzern – Design & Kunst.
Filmografie: Es Mü z’äng (2015, Ko-Regie), Immersion (2016)

Regie

Lalita Brunner

Buch

Lalita Brunner

Schnitt

Lalita Brunner

Ton

Thomas Gassmann

Musik

Moritz Widrig

Produktion

Hochschule Luzern – Design & Kunst

Koproduktion

SRF

Jahr

2016

Länge

3 Min 17 Sek, Animationsfilm

Ivan's Need

Ivan ist besessen von der Weichheit und Elastizität des Teiges und versinkt beim Kneten in intensiven Tagträumen. Doch leider besteht der Bäckermeister darauf, das Brot zu backen. So hangelt sich Ivan von Knettraum zu Knettraum, unterbrochen nur vom abscheulichen Knacken, wenn der Teig zu Brot wird. Bis er Alvas laaaaange Brüste sieht.

Veronica Lingg

Veronica Lingg (Veronica L. Montaño) wurde 1990 geboren. Bevor sie sich auf den Weg der Animation machte, setzte sie sich mit verschiedensten Schulfächern auseinander, um schlussendlich die Matura einzusacken. Sie legte einen kleinen Boxenstopp ein und arbeitete in der Schule Rodtegg mit körperbehinderten Kindern zusammen.

An der Hochschule Luzern – Design & Kunst absolvierte sie 2015 den Bachelor und dies Dank «Ivan’s Need», ihrem Abschlussfilm, den sie mit Manuela Leuenberger und Lukas Suter fertigte.

Regie

Veronica Lingg (Veronica L. Montaño)
in Ko-Regie mit: Manuela Leuenberger, Lukas Suter

Buch

Veronica Lingg (Veronica L. Montaño), Manuela Leuenberger, Lukas Suter

Ton

Etienne Kompis, Thomas Gassmann

Musik

Christian Fischer & Michiko Hanawa

Produktion

Hochschule Luzern – Design & Kunst

Koproduktion

SRF

Jahr

2015

Länge

6 Min 20 Sek, Animationsfilm

Podiums gespräch

Es kommt Bewegung in die Zentralschweizer Filmförderung. An einem Podiumsgespräch unterhalten sich Filmschaffende und -förderer über die Filmlandschaft Zentralschweiz und wie sich die regionale Filmförderung weiterentwickeln könnte.

Es diskutieren

Alice Schmid (Filmschaffende, Romoos)

Matteo Gariglio (Filmschaffender, Luzern)

Daniel Waser (Geschäftsleiter der Zürcher Filmstiftung)

Sabine Boss (Zürcher Filmschaffende und Jurymitglied des Innerschweizer Filmpreises)

Albin Bieri (Geschäftsleiter der Innerschweizer Filmfachgruppe IFFG).

Moderation

Monika Schärer

Rakijada

Eine Asterix-und-Obelix-Saga aus dem Herzen Serbiens: Pranjani heisst ein Dörfchen in Zentralserbien, die Bewohner sind Bauern oder Gastarbeiter im Ausland. Soweit alles normal. Aber jeden Mai steht das Dorf Kopf, dann findet die Rakjada statt – ein Wetttrinken, gepaart mit Geschicklichkeitsübungen und der Frage nach dem besten Pflaumenschnaps, dem Rakija.
Der Film ist ein Portrait über dieses kleine verschlafene Tschetnik-Dörfchen und wirft ein Licht mitten in die serbische Seele und auf den typischen Balkanhumor.

Nikola_Ilic

Geboren 1977 in Belgrad. 2007–09 Bühnentechniker am Stadttheater Luzern. 2013 Bachelor an der Hochschule Luzern – Design & Kunst, Studienrichtung Video. Freischaffender Filmemacher.
Filmografie: 2 Live For (2011), Sopski sneg (2011), Živeli und auf Wiedersehen (2012), Kod ćoška – An der Ecke (2013, Ko-Regie), Kanton Jugoslawien (2013), Just Another Day in Egypt (2015, Ko-Regie), Rakijada – Distillated Village Tales (2016)

Regie

Nikola Ilić

Buch

Nikola Ilić

Kamera

Nikola Ilić, Brand Ferro

Schnitt

Rolf Hellat

Ton

Ivan Antić

Musik

Priska Zemp

Produktion

Pixiu Films GmbH

Jahr

2016

Länge

18 Min 50 Sek, Dokumentarfilm

Sprache

Serbisch
Deutsch Untertitel

Rewind Forward

Fast sein ganzes Leben gelang es Justin, vor seiner Geschichte zu fliehen. Doch er wird von seiner Vergangenheit eingeholt, als er eine Kiste mit Familien-VHS-Kassetten findet.
Was als eine Hommage an seinen verstorbenen Vater begonnen hat, entwickelt sich zu einem Versuch, seiner eigenen Mutter nicht länger fremd zu bleiben.

Justin Stoneham

Nach einer Berufslehre als Goldschmied absolvierte Justin Stoneham 2011 die gestalterische Berufsmaturität und 2012 den gestalterischen Vorkurs an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Anschliessend begann er ein Studium in Studienrichtung Video in Luzern, welches er im Sommer 2015 abschloss. Er lebt und arbeitet in Luzern.

Regie

Justin Stoneham

Buch

Justin Stoneham, Kaleo La Belle

Kamera

Andi Widmer

Ton

Nicolas Nagy

Schnitt

Corina Schwingruber Ilić

Produktionsleitung

Jela Hasler

Produzenten

Kaleo La Belle, Emma Marxer

Produktion

La Belle Film GmbH

Jahr

2017

Gewinner der ersten Ausgabe Innerschweizer Nachwuchs-Kurzfilmwettbewerb 2015 der Albert Koechlin Stiftung