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Burning Memories

Alice Schmid agiert zum ersten Mal in ihrem filmischen Werk selber vor der Kamera. Sie kehrt zurück in die Kindheit, besucht Schauplätze ihres Lebens und reist mit ihrem Akkordeon vom Südkap bis zum Nordkap. Ihr ganzes Leben hat sie sich mit den Themen Kinder, Gewalt und Missbrauch beschäftigt. Sie hat dazu Bücher geschrieben und Filme rund um die Welt gemacht, ohne sich bewusst zu sein, dass sie selbst in ihrer Jugend Opfer eines Missbrauchs war. Mit einem Brief an ihre Mutter wird ihr klar, warum sie so geworden ist wie sie ist, und warum sie keine Angst vor Gewalt hat, sondern sich vor Nähe und Liebe fürchtet. Sie geht den Fragen nach: «Weshalb konnte mir als Mädchen so etwas geschehen, warum habe ich geschwiegen und die Vergewaltigung 50 Jahre komplett vergessen»? Alice richtet den Blick auf das Phänomen des Schweigens und der Verdrängung, um so Frauen und Männern eine Tür zur selbstbestimmten Auseinandersetzung mit dem eigenen Missbrauch zu öffnen.

Alice Schmid

Geboren 1951 in Luzern. Lehrerseminar Luzern. Studium Italienisch an der Uni Perugia und Spanisch der Uni Complutense Madrid. Ein Semester an der Uni Bern: Die Sprache des lateinamerikanischen Kinos. Drehbuchschreiben an der Filmakademie New York. 1996 Gründung der eigenen Filmproduktion Cliné A.S. GmbH.

Filmografie: Fernsehfilme über schwierige Kindheiten rund um die Welt (1996-2010). Kinofilme: Die Kinder vom Napf (2011), Das Mädchen vom Änziloch (2016), Burning Memories (2020).

Regie

Alice Schmid

Buch

Alice Schmid

Kamera

Karin Slater

Ton

Guido Keller

Musik

Alice Schmid

Produktion

Alice Schmid, Ciné A.S GmbH

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2020

Länge

80 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Deutsch, Englisch, Französisch

Untertitel

Deutsch

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Der kleine Vogel und die Bienen

Es ist Frühling und der zeigt sich in seiner ganzen Leichtigkeit und Fülle. Der kleine Vogel freut sich über die aufblühenden Knospen seines Baumes. Die erste emsige Biene lässt nicht lange auf sich warten. Der kleine Vogel betrachtet alles neugierig und sein Abenteuer beginnt mit einem sanften︎ ︎Sturz vom Baum. Er lauscht den Tönen des Frühlings und ist fasziniert vom Treiben der emsigen Biene. Pusteblumen fliegen durch die Luft und es gibt viel zu ︎entdecken auf der Wiese. Der feuerrote Fuchs ist nicht weit und er wittert seine Chance sich den kleinen Vogel zu fangen. Dieser hat aber nur Augen für die Schönheit der Blumen und den Klang des Frühlings. Dem Fuchs gelingt es nicht, den kleinen Vogel zu erhaschen. Er hat im Verlauf der Geschichte ein wenig Pech und taucht schliesslich in den Fluss. Sein letzter Versuch den kleinen Vogel zu schnappen endet dann unversehens mit einer mittleren Katastrophe und einem zerstörten Bienenstock. Gemeinsam verscheuchen die aufgebrachten emsigen Bienen den Fuchs und finden auf dem Baum des kleinen Vogels ein neues Zuhause.

Lena von Döhren

Geboren 1981 in Berlin, Studium Audio-Visuelle Kommunikation an der Gerrit Rietveld Akademie in Amsterdam, Holland. 2011 Masterstudium Animation an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Filmografie: Der kleine Vogel und das Blatt (2012), Der kleine Vogel und das Eichhörnchen (2015), Der kleine Vogel und die Raupe (2017), Der kleine Vogel und die Bienen (2020).

Regie

Lena von Döhren

Buch

Lena von Döhren

Schnitt

Fee Liechti

Ton

Christof Steinmann

Musik

Martin Waespe

Produktion

Schattenkabinett GmbH

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2020

Länge

4.30 Min, Animationsfilm

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Die Rückkehr der Wölfe

Der Wolf polarisiert und fasziniert, und er bringt Unordnung in unser System. 150 Jahre nachdem der Wolf in Mitteleuropa ausgerottet wurde, erobert er sich unaufhaltsam seinen Platz zurück. Sind Wölfe gefährlich für den Menschen, ist ein Zusammenleben möglich? Der Wolf spaltet die Meinungen und seine Rückkehr lässt die Ablehnung des Menschen neu aufleben. Ausgehend von der Rückkehr der Wölfe in die Schweiz begeben wir uns auf Spurensuche nach Österreich, in die Lausitz, nach Polen, Bulgarien und Minnesota, wo frei lebende Wolfsrudel keine Seltenheit sind.

Jaqueline Wachter

Jacqueline Wachter (*1986) wuchs im Musikhaus ihrer Eltern auf und erlernte schon früh das Akkordeon-, Schwyzerörgeli- und Klavierspiel. Musikstudium 2005-2009 am Voralberger Landeskonservatorium, Nachdiplom Schweizer Volksmusik an der Hochschule Luzern – Musik. 2012/2013 bildete sie sich an der ZHdK im Fach Komposition weiter. Mit ihrer Vielseitigkeit und ihrem musikalischen Gespür ist sie eine gefragte Musikerin in Projekten aller Stilrichtungen. Ihre Kompositionen für Die Rückkehr der Wölfe spielte sie mit dem Trio Artra ein (Jacqueline Wachter, Thise Meyer, Laurent Girard). Jacqueline Wachter ist in Steinen SZ wohnhaft.

Regie

Thomas Horat

Buch

Thomas Horat

Kamera

Luzius Wespe

Schnitt

Guido Henseler

Ton

Thomas Horat

Animation

Kote Camacho

Musik

Artra Trio

Produktion

Settebello Film GmbH

Jahr

2019

Länge

90 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Deutsch, Englisch

Untertitel

Deutsch

Spezialpreis Musik

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Fensterlos

Maria legte vor 35 Jahren ihr Neugeborenes in ein Babyfenster. Mit Hilfe der Behörden spürt sie ihre Tochter auf und begegnet Caroline zum ersten Mal. Ein DNA-Test soll die effektive Verwandtschaft nachweisen. Zwischen Maria und Caroline entsteht ein zunehmend vertrautes Verhältnis. Unerfüllte Erwartungen und leise Vorwürfe drohen es aber immer wieder zu zerbrechen.

Elvira Plüss

1953 in Luzern geboren, studierte Elvira H. Plüss German Dance an der Sigurd Leeder School in Herisau und Schauspiel am Max Reinhard Seminar und dem Herter Studio in Berlin. Sie war in festen Engagements am Schillertheater Berlin, Thalia Theater Hamburg, am Jungen Theater Göttingen und am Theater Freiburg im Breisgau. Nach einem Studienaufenthalt in New York kehrte sie 1987 in die Schweiz zurück und arbeitete seither als Schauspielerin u.a. bei der Komedie Freies Theater Zürich und am Stadttheater Luzern. Im fiktionalen Kurzfilm Fensterlos spielt sie die Hauptfigur Maria, die sich nach 35 Jahren auf die Suche nach ihrer Tochter (Sarah Spale) macht.

Regie

Samuel Flückiger

Buch

Joel Jent, Samuel Flückiger

Cast

Elvira Plüss, Sarah Spale

Kamera

James Klopko

Schnitt

Jann Anderegg

Ton

Kurt Human, Julian Joseph

Musik

Dimitri Käch

Produktion

Joel Jent für Aaron Film GmbH

Koproduktion

Dschoint Ventschr, Urakypost, Cinegrell; Modernist Films Ltd

Jahr

2019

Länge

27 Min, Spielfilm

Sprache

Schweizerdeutsch

Spezialpreis Schauspiel

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Frieden

Frühling 1945 – in der Schweiz herrscht Aufbruchstimmung – auch für drei junge Menschen. Klara (23), die idealistische Tochter der Fabrikantenfamilie Tobler, arbeitet in einem Flüchtlingsheim für Jugendliche, die das KZ überlebt haben. Diese Begegnung erschüttert ihren Glauben an das Gute im Menschen und löst einen heftigen Konflikt mit ihrer Familie und ihrem Ehemann aus. Ihr Schwager Egon (32) stellt sich in den Dienst seines Landes. Sein klares Ziel: In die Schweiz geflüchtete Nazis sollen ihrer gerechten Strafe zugeführt werden. Dabei werden Egon von Politik und Wirtschaft Steine in den Weg gelegt. Klaras Mann Johann (28) will derweil mit einem ambitionierten Plan die Firma seines Schwiegervaters retten, die vor dem finanziellen Abgrund steht. Doch dafür müsste er sich auf dubiose Geldgeber einlassen. Wie wird er sich entscheiden? «Frieden» betrachtet mittels einer Familiengeschichte ein wichtiges Stück Schweizer Historie, das in der Öffentlichkeit wenig bekannt ist.

Lukas Hobi & Reto Schaerli

Die Geschäftsleitung der Zodiac Pictures bilden die beiden Produzenten Lukas Hobi und Reto Schaerli. Beide waren ursprünglich in der kaufmännischen Branche tätig, bevor sie als Quereinsteiger in der Filmproduktion Fuss fassten. Bis heute haben sie gemeinsam mehr als 30 Spielfilme produziert. Eine ihrer ersten Produktionen, Achtung, fertig, Charlie!, avancierte 2003 zum erfolgreichsten Schweizer Film seit Jahrzehnten. Neben diversen Publikumserfolgen wie Heidi und Papa Moll realisierten die Produzenten auch Arthouse-Filme wie Stationspiraten, Traumland oder Die göttliche Ordnung, wobei letzterer über ein Jahr in den Kinos lief. Als gebürtige Luzerner sind die beiden ausserdem begeisterte Tatort-Produzenten und mit dem historischen TV-Zweiteiler Gotthard haben sie 2016 ihr bisher grösstes Projekt zum Abschluss gebracht. Dass sich die Zodiac Pictures auch an fiktive und literarisch vorgeprägte Stoffe heranwagt, zeigen Produktionen wie Die chli Häx (2018) oder der 2017 erschienene Spielfilm Papa Moll.

Regie

Michael Schaerer

Buch

Petra Volpe

Kamera

Christian Marohl

Schnitt

Wolfgang Weigl

Ton

Jean-Pierre Gerth

Musik

Annette Focks

Produktion

Zodiac Pictures Ltd

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2020

Länge

6 Folgen à 50 Min, Spielfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Deutsch

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Hexenkinder

MarieLies, ein Mädchen aus dem Kinderheim. Sie sei vom Teufel besessen, eine Sünderin, sittlich verwahrlost. Eingesperrt im Estrich, hat sie Insekten über ihre Haut krabbeln lassen, «das hat so schön gekitzelt». Tiere lügen nie, meint Sergio. Er vertraut nur ihnen, nicht der Heimleitung. Die sagt, seine Mutter sei eine Sünderin, weil sie ihn unehelich geboren habe. Zehn Tage nach seiner Geburt wurde er ins Heim abgeschoben. Das Heimkonzept war simpel: «Beten und arbeiten». Auch Annemarie, damals ein Waisenmädchen, erinnert sich: Immer hat man still sitzen und beten müssen. Sie musste zur Strafe fünfhundertmal schreiben: «Ich darf dem hochwürdigen heiligen Herrn Pfarrer nicht ‚Globi‘ sagen.» Das war 1965. Schlimmer ist es Katharina ergangen, einem 11jährigen Mädchen. Es behauptete, es könne Vögel machen. Das sei Teufelswerk, hiess es, sie sei eine Hexe, Gott möge der Kinderseele gnädig sein – der sündige Mädchenkörper aber müsse zu Asche verbrannt werden. Das war 1652.

Edwin Beeler

Geboren 1958 in Luzern. Lizentiat 1986 in Zürich (Allgemeine Geschichte, Deutsche Literatur). 1988 Gründung der eigenen Filmproduktionsfirma Calypso Film AG in Luzem. 1992 Anerkennungspreis der Stadt Luzern. 2003 Werkbeitrag von Stadt und Kanton Luzern für Gramper und Bosse – Bahngeschichten. 2017 Innerschweizer Filmpreis für Die weisse Arche. 2017 Innerschweizer Kulturpreis.

Filmografie (Kino): Rothenthurm – Bei uns regiert noch das Volk (1984), Bruder Klaus (1991), Grenzgänge. Eine filmische Recherche zum Sonderbundskrieg 1847 (1998), Gramper und Bosse – Bahngeschichten (2005), Arme Seelen (2011), Die weisse Arche (2016), Hexenkinder (2020).

Regie und Kamera

Edwin Beeler

Erzähler

Hanspeter Müller-Drossaart

Ton

Olivier JeanRichard

Montage und Supervision

Mirjam Krakenberger

Sounddesign und Originalkomposition

Oswald Schwander

Titelmusik

Albin Brun

Musik

Guy Klucevsek

Musik Clearance

Sara Schär

Tonmischung

Jörg Höhne

Licht- und Farbbestimmung

Peter Guyer und Ueli Müller

Grafik

Yvonne Barmet

Produktion

Calypso Film AG, Edwin Beeler

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2020

Länge

96 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Deutsch

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IHR

IHR handelt von einem Gebäude mit Innenhof und dessen Bewohnern. Während die verschiedenen Figuren ihren jeweiligen Routinen nachgehen, vermüllt besagter Innenhof langsam aber sicher. Die Situation erscheint harmlos, bis es eines Nachts zur totalen Eskalation kommt und der letzte Tropfen das sprichwörtliche Fass zum Überlaufen bringt.

Louis Möhrle

Geboren 1993 in Luzern. Nach einer Lehre als Hochbauzeichner, Abschluss des Bachelors in 2D Animation an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. 2017 Gründung Künstlerkollektiv KulturKonsumEnten, 2018 Gründung VJing-Kollektiv Teichprojektion. Ab Sommer 2019 zusammen mit Amélie Cochet Gründung des Studio PIAF in Bern.

Filmografie: Tour de Déshydratation (2018), La Veille de Demain (2018, Co-Regie mit Amélie Cochet & Nina Winiger), IHR (2019, Co-Regie mit Amélie Cochet, Abschlussfilm der HSLU D&K).

Regie

Louis Möhrle, Amélie Cochet

Animation

Louis Möhrle, Amélie Cochet, Etienne Mory, Joana Aria, Hannes Oehen, Estelle Gattlen, Marco Ellensohn, Marion Täschler, Lara Perren, Anahi Rodriguez, Sarah Binz, Dan Wenger

Hintergründe

Louis Möhrle, Amélie Cochet, Bianca Caderas

Sounddesign

Aline Schoch, Thomas Gassmann

Musik

Carmen Nuñez

Produktion

Hochschule Luzern – Design & Kunst

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2019

Länge

6 Min, Animationsfilm

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Kühe auf dem Dach

Fabiano wird von einem immer wiederkehrenden Albtraum gequält: Seine Kühe tanzen auf dem Dach eines einstürzenden Stalles. Mit Ziegen und Kühen lebt Fabiano auf einer Alp im Tessin und stellt in Handarbeit den besten Käse des Tales her, mit dem sich schon seine Hippie-Eltern in diesem abgelegenen Tal in den 1970er Jahren einen Namen gemacht hatten. Nun 38 Jahre alt, hat er das kleine landwirtschaftliche Unternehmen seines Vaters übernommen. Nichts läuft mehr wie es soll. Der Erlös von dem Käse reicht nicht aus, um die steigenden Ausgaben zu decken. Schuldgefühle belasten ihn: ein mazedonischer Arbeiter, der im Vorjahr für ihn gearbeitet hatte, ist unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Nicht gerade der ideale Zeitpunkt, um auf der abgelegenen Alp eine Familie zu gründen. Aber der Traum seiner Freundin Eva ist ungebrochen, die Kinder abseits der Zivilisation in der wilden Natur groß werden zu lassen.

Aldo Gugolz & Christina Caruso

Aldo Gugolz: Geboren 1963 in Luzern, Studium Dokumentarfilm an der HFF in München. Filmografie (Auswahl, Regie): Hello, oder Grüezi, as we say in Switzerland (2000), Leben ausser Atem (2001), Wir zwei (2009), Spaghetti, Sex und Videos (2012), Remo Largo, ein Leben für unsere Kinder (2016), S’Jugi (2016), Rue de Blamage (2017), Gras im Kopf (2019), Die verlorene goldene Zeit (2020), Giorgio (2020), Kühe auf dem Dach (2020).

Christina Caruso: Geboren 1962, Studienabschluss 1989 an der Hochschule für Künste Berlin, Abteilung Theaterpädagogik. Arbeitet als Theaterpädagogin und Jugendarbeiterin in Luzern. Seit 2007 ist sie zudem als Produzentin, Drehbuchautorin und Produktionsleiterin in der Zusammenarbeit mit Aldo Gugolz (Berlin) bei Revolumenfilm in Luzern tätig.

Regie

Aldo Gugolz

Buch

Susanne Schüle und Aldo Gugolz

Kamera

Susanne Schüle

Schnitt

Samir Samperisi

Ton

Marco Viale, Rico Andrioli, Vittorio Castellano

Produktion

Revolumenfilm, Luzern

Koproduktion

Rough Cat sagl

Jahr

2020

Länge

83 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Italienisch, Schweizerdeutsch

Untertitel

Deutsch

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Mama Rosa

Rosa steht jeweils früh auf. Sie kocht, packt das Gekochte in Tupperware und bringt es ins Zimmer von Ana-Marija und Natasa. Bevor Rosa die beiden weckt, macht sie ihnen noch einen Kaffee. Spätestens ab dann wird es hektisch. Alle brauchen ihre Zeit auf der Toilette. In der Regel zieht Rosa dabei den Kürzeren bzw. den Kürzesten, weil sie zusätzlich von Zeljko aufgehalten wird. Er braucht Wasser, Zigaretten, Koffein und im schlimmsten Fall muss auch er noch auf die Toilette. Um nicht zu spät zur Arbeit zu kommen, ist Rosa in jungen Jahren zum Bus gerannt. Das schafft sie heute nicht mehr. Das Herz… Wann ihre Schicht denn beginne, frage ich sie. «Um 07.10 Uhr», sagt sie und lacht beherzt. Ihre Chefin ist es gewohnt, dass Rosa es nicht pünktlich auf die Sieben schafft. Man geht nachgiebig mit ihr um. Sie arbeitet gut. Sie hat schon überall geputzt. In Versicherungen, bei Privaten, in Restaurants, in Diskotheken… Im Altersheim, wo sie seit über zehn Jahren arbeitet, wird sie von ihren Kolleg*innen und den Bewohner*innen geschätzt. Dass sie eigentlich ein fröhlicher Mensch wäre, sieht man vor allem bei der Arbeit. Dort kann sie ausblenden, was ihr Sorgen bereitet. Nach der Arbeit erledigt sie Einkäufe und Behördengänge. Sie vertröstet die Beamt*innen vom Betreibungsamt. Nachbar*innen und die meisten Verwandten haben sich derweil von Rosa abgewendet, weil sie es satt hatten, ihr immer wieder Geld ausleihen zu müssen. Als Kinder haben wir nicht viel davon mitbekommen. Nicht mal Zeljko wusste, wie schlimm wir dran waren. Mahnungen hat sie versteckt, im Denner anschreiben lassen. Die ganze Last hat sie selbst getragen. Rosa läuft, um nicht zu fallen.

Dejan Barac

Geboren 1985 in Graubünden, Schweiz . 2016 – 2019 Bachelorstudium in Video an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. 2019 BA in Video an der der HSLU. Seit 2020 Masterstudium in Film, Vertiefung Realisation Dokumentarfilm, Regie an der Zürcher Hochschule der Künste.

Regie

Dejan Barac

Buch

Dejan Barac

Kamera

Dejan Barac

Schnitt

Felix Hergert

Ton

Dejan Barac

Musik

Christian Zemp

Produktion

Hochschule Luzern – Design & Kunst

Jahr

2019

Länge

20 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Kroatisch, Deutsch

Untertitel

Deutsch

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Megamall

In einer Welt aus Rolltreppen gehen Figuren im vorgegebenen Rhythmus ihrer Konsumlust nach. Eine der Figuren wird am Ende einer Rolltreppe eingesogen und findet sich in einem ruhigen, schwerelosen Raum wieder, wo sie sich zu den spielenden Figuren gesellt. Währenddessen gerät die Rolltreppenwelt durch das verrückte Treiben eines Hundes durcheinander. Als der Hund ebenso von einer Rolltreppe eingesogen wird, beginnt ein Kräftemessen der beiden Welten.

Aline Schoch

Geboren 1996 in Luzern. Studium Animation an der Hochschule Luzern – Design & Kunst. Bachelor Juni 2020. Filmografie: Megamall (2020)

Regie

Aline Schoch

Animation

Aline Schoch

Zusätzliche Animation

Andrea G. Sidoti, Natasha Carolus, Pavithra Paul, Valerie Scheidegger

Sounddesign

Loïc Kreyden

Mischung

Thomas Gassmann

Musik

Serafin Aebli

Produktion

Hochschule Luzern - Design & Kunst

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2020

Länge

4.20 Min, Animationsfilm

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Nach dem Sturm

Es war vor 50 Jahren: Die 68er Jahre haben die Metropolen der Welt in Aufruhr versetzt. Doch, bislang noch wenig beachtet: Auch die Peripherie wurde von gesellschaftlichen Erschütterungen erfasst. Zum Beispiel die Zentralschweiz, gelegentlich auch als Wiege der Schweiz bezeichnet. Erstaunen konnte das eigentlich nicht. Hier waren die gesellschaftlichen Verhältnisse besonders unverrückbar zementiert, die Tradition, auch durch den Katholizismus geprägt, war bislang unantastbar. Diese Enge wurde von der Jugend zunehmend als erdrückend empfunden. Ab 1969 kam es überall in der Innerschweiz zu Ausbrüchen, kollektiven und individuellen. Ein Kunstskandal schockierte Stans. In Uri versuchten Armeegegner das Militär abzuschaffen. In den Klosterschulen kamen dem Katholizismus die besten Köpfe abhanden. Der lauteste Knall jedoch erschütterte Luzern.

Beat Bieri & Jörg Huwyler

Beat Bieri: Lebt in Luzern, wo er als Dokumentarfilmer mit einer eigenen Firma Lindenfilm arbeitet. Für das Schweizer Fernsehen SRF hat er rund 50 Dokumentarfilme realisiert. Viele davon beschäftigen sich mit Themen der Immigration, der Integration und der Identität (etwa Neue Heimat Lindenstrasse (2007, mit Koautor Ruedi Leuthold), Gegend das Fremde (2014), Doppelleben (2014), Auf euch hat hier niemand gewartet (2016/2020). Andere behandeln Geschichten aus dem Alpenraum, vor allem aus der Zentralschweiz, beispielsweise Der Wildheuer (2018). Mehrere seiner Filme wurden ausgezeichnet.

Jörg Huwyler: Geboren 1960 in Luzern, Studium der Romanistik/ Publizistik an der Uni Zürich, lic. phil. I. Sechs Jahre Radioredaktor und zehn Jahre Reporter/Redaktor bei Fernsehen SRF und 3sat, zweijähriges Engagement an der Expo.02. Regie bei drei Theaterproduktionen, seit 2007 freier Dokfilmer. Filmografie: Raum für Neues – die Entwicklung der Luzerner Allmend (2014), Enzmann – die Autobauer aus dem Entlebuch (2015), Emil und die Kleintheaterdirektoren – Wer sich und anderen eine Bühne baut (Koautor Beat Bieri, 2017), Nach dem Sturm – 1968 und der Aufbruch in der Innerschweiz (Koautor Beat Bieri, 2019), Spitteler Reloaded – Auf den Spuren eines Nobelpreisträgers (2020).

Regie und Buch

Beat Bieri, Jörg Huwyler

Kamera

Beat Bieri, Jörg Huwyler

Schnitt

Fabrizio Fracassi

Ton

Fredy Keil

Musik

Christy Doran / Doran-Stucky-Studer-Tacuma-Jordi, OM

Grafische Gestaltung

Velvet

Tondesign

Soundville Media Studios, René Zingg

Produktion

to the point films / Lindenfilm

Jahr

2019

Länge

118 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Schweizerdeutsch, Deutsch

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Rara Avis

Mitten auf dem Ozean kreuzt eine aus fünf Jugendlichen und Erwachsenen unterschiedlichen Alters und unterschiedlicher Herkunft bestehende Besatzung auf einem Segelschiff. Vor unbekannten Küsten scheint die Zeit stehenzubleiben, und das Schiff bildet einen geschlossenen Raum, in dem sich jeder den Schwierigkeiten des Zusammenlebens stellen muss. Mirjam Landolts Kamera ist auf die Momente der Latenz, die Gesten und die Stille auf dem Wasser, das sie umgibt und ihr (Un-)Gleichgewicht bestimmt, gerichtet, aber vor allem auf die täglichen Aufgaben der Jugendlichen. Nach und nach wird klar, dass die Gewalt und die Schwierigkeiten ihrer Lebenswege und ihrer Vergangenheit der Grund für ihre Anwesenheit an Bord sind. Einer nach dem anderen konfrontiert sich mit der Freude des Zusammenseins, dem Warten und der Langeweile, mit seinen Ängsten und Hoffnungen, aber auch mit den Segelmanövern, dem Ozean und seinen Wirbeln, bis zur Ankunft an Land, wo eine neue Wirklichkeit auf sie wartet.

Mirjam Landolt

Geboren 1983 in Luzern. 2002-2006 Ausbildung zur Fotografin bei Fabrice Piraud in Genf und am CEPV in Vevey. 2009-2012 Bachelor in Film an der HEAD in Genf. Filmografe: attente (2009), demain hier (2010), hors d’atteinte (2010), Das Haus der schwarzen Katze (2011), Là-haut (2012), Rara Avis (2020).

Regie

Mirjam Landolt

Kamera

Mirjam Landolt

Schnitt

Damian Plandolit, Mirjam Landolt

Produktion

Vue sur mer Films

Jahr

2020

Länge

61 Min, Dokumentarflm

Sprache

Französisch, Spanisch, Englisch

Untertitel

Deutsch

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Unter einem Dach

«Das Einzige, was ich einpackte, waren die nötigsten Kleider und unsere Fotos. Ich ging von einem Zimmer zum nächsten und betrachtete die Wände. Unsere Katze folgte mir. Ich nahm sie auf den Arm, stellte ihr Futter in den Garten und schloss die Türe. In diesem Moment spürte ich, dass ich draussen bin, jedoch mein Herz drinnen blieb.» Iman El Khatib, Protagonistin. Ein Schweizer Ehepaar nimmt eine aus Syrien geflüchtete Familie mit fünf Kindern in ihr Haus auf. In der von Wohlstand und Frieden geprägten Schweiz treffen Menschen unterschiedlicher Kulturen und Religion aufeinander. Gleichzeitig schweben die Kriegswirren in Syrien wie ein Schatten über der scheinbaren Normalität. Der Film zeigt, mit welchen Erwartungen und Wertvorstellungen die Gäste und die Gastgeber konfrontiert werden und er macht deutlich, was es heisst, die eigenen Wurzeln zu verlassen und ein neues Leben in der Fremde zu beginnen.

Maria Müller

Geboren 1959 in Luzern. Gestalterischer Vorkurs und Visuelle Kommunikation mit Schwerpunkt Video an der Hochschule Design & Kunst in Luzern. 2010 Master in Regie und Drehbuch an der Zürcher Hochschule der Künste. Filmografie: I am a museum (2006), Hüllen (2010), Unter einem Dach (2019).

Regie

Maria Müller

Buch

Maria Müller

Kamera

Severin Kuhn, Aline Lazlo

Schnitt

Corina Schwingruber Ilić, Kathrin Plüss

Ton

Christoph Cramer, Dieter Meyer, Antonia Meile, Salomée Wüllner, Nicolas Nagy, Fredy Keil

Musik

Marcel Vaid

Produktion

Mira Film

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF, 3sat

Jahr

2019

Länge

87 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Deutsch, Arabisch, Englisch

Untertitel

Deutsch

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Von weiter Zeit

Der Film Von weiter Zeit erzählt von einer Frau, die sich einen Sommer lang in ein abgelegenes Haus an einem einsamen Weiher zurückzieht. Die sie umgebende Natur findet keine realistische Darstellung, die Welt ist hier ein aufgeladener Ort, der weg von den äusseren Erscheinungen hin zu inneren Zuständen führt. In der Ruhe gelten andere Sensibilitäten, im Alltag Nicht-Wahrgenommenes schafft sich Raum. Bisweilen zerfliesst die Welt, die Realität verabschiedet sich und macht einer gespenstischen Surrealität Platz.

Edith Flückiger

Geboren 1960 in Wien. Erstausbildung zur Journalistin BR (Maximilian-Universität München und Medien-Ausbildungszentrum Luzern MAZ) sowie 10jährige Berufspraxis. 1996 Diplom Visuelle Kommunikation, Fachbereich Video an der heutigen Hochschule Luzern – Design & Kunst. Seit 1997 als Künstlerin v.a. im Bereich filmische Installationen und Text tätig; seit 2000 Dozentin an verschiedenen Fachhochschulen; seit 2007 Leiterin BA Video, Hochschule Luzern – Design & Kunst.

Filmographie (Auswahl): und vergesse an guten Tagen, dass wir kopfüber ins Leere hängen (1996), erst hell, dann leicht, dann himmelhoch (1999), drinnen & draussen (2005/10), Als sie die Augen aufschlägt… (2016), Von weiter Zeit (2019).

Regie

Edith Flückiger

Kamera & Schnitt

Edith Flückiger

Sounddesign/-mischung

Beni Mosele

Stimme

Susanne-Marie Wrage

Produktion

Edith Flückiger

Jahr

2019

Länge

11 Min, Experimentalfilm

Sprache

Deutsch

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Wer Sind Wir?

Helena (19) und Jonas (11) sind beide schwer behindert und permanent auf Unterstützung angewiesen. In ihrem Anderssein und mit der Schwierigkeit, ihre Bedürfnisse zu äussern, stellen sie Eltern und Familie, Schule und Betreuende, aber auch die Gesellschaft auf die Probe. Wie gehen wir damit um, wenn unsere Erwartungen ans Leben nicht erfüllt werden? Wie integrieren wir das Unerwartete in unseren Alltag? Helena und Jonas gelingt es mit Unterstützung aus ihrem Umfeld, die Abwehr, den Widerstand und das Schweigen zu durchbrechen. Beide bewegen sich vom Rand der Gesellschaft in deren Mitte: Helena findet in einem Wohnheim ihr eigenes Leben und erprobt neue Möglichkeiten der Verständigung. Und Jonas lebt als Schüler in einer öffentlichen Grundschule jeden Tag ein Stück Normalität.

Oswald Schwander

Der Sounddesigner und Filmkomponist Oswald Schwander arbeitet seit 25 Jahren als Sounddesigner und Dialogeditor auf Spiel- und Dokumentarfilmen. 1994-2004 vorwiegend in den Räumen der Tonabteilung des Studio Babelsberg in Berlin Brandenburg. Unter anderem am Sounddesign für Andreas Dresens Filme Halbe Treppe und Sommer vom Balkon. Seit 2004 hat er ein eigenes Tonstudio im Kanton Luzern. Das Hauptgewicht seiner Arbeit liegt jetzt auf Schweizer Projekten, in jüngerer Zeit Stefan Schwieterts Imagine waking up tomorrow …. (2014), Thomas Horats Die Rückkehr der Wölfe (2018), Edgar Hagens Wer Sind Wir (2019). 2019 Sounddesign für die Deutsch-Schweizer Koproduktion Als Hitler das rosa Kaninchen stahl von Caroline Link. Bei manchen Projekten der letzten Jahre auch als Filmkomponist verantwortlich (z.B. Edwin Beelers Arme Seelen und Hexenkinder).

Regie

Edgar Hagen

Buch

Edgar Hagen

Kamera

Aurelio Buchwalder

Schnitt

Tania Stöcklin

Ton

Simon Graf

Musik

Tomek Kolczynski

Produktion

Cineworx Filmproduktion GmbH

Koproduktion

Schweizer Radio und Fernsehen SRF

Jahr

2019

Länge

75 Min, Dokumentarfilm

Sprache

Deutsch

Spezialpreis Sounddesign

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